75 Jahre Betriebs-Berater
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Wir gratulieren: 75 Jahre Betriebs-Berater

Der Betriebs-Berater feiert in diesem Jahr sein 75. Jubiläum. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1946 bis heute steht er seinen Lesern als fundierter Problemlöser zur Seite. Mit seiner inhaltlichen Ausrichtung an den für Unternehmen und deren Beratern zentralen Rechtsgebieten hat sich der Betriebs-Berater unter den juristischen Fachzeitschriften eine herausgehobene Position erarbeitet. Wir haben mit Torsten Kutschke, Gesamtverlagsleiter Fachmedien Recht und Wirtschaft der dfv Mediengruppe, über die Publikation, die Digitalisierung und die Zukunft gesprochen.

Sehr geehrter Herr Kutschke, die dfv Mediengruppe feiert in diesem Jahr doppelt: 75 Jahre Betriebs-Berater, 75 Jahre Fachmedien Recht und Wirtschaft. Wie begehen Sie das Jubiläum trotz der Corona-bedingten Restriktionen?

Es wird eine Party geben. Wenn auch unter anderen Umständen als gehofft. Vor 5 Jahren saßen wir im Juni (dem eigentlichen Gründungsmonat) dicht gedrängt im Frankfurter Literaturhaus, folgten den spannende Reden unserer Laudatoren und lauschten einigen Liedern von Georg Kreisler. In diesem Jahr haben wir uns nicht auf das eigentliche Gründungsdatum fokussiert, sondern peilen den September an. Wir hoffen, dass dann die Inzidenzzahlen auch mit den notwendigen Abständen und Hygienevorkehrungen eine Feier zulassen. Reserviert haben wir das Hilton in Frankfurt, bei dem unter Berücksichtigung aller Sicherheitsabstände immerhin 140 Personen Platz finden werden. Das wird eine harte Auswahl bei den 400 Gästen, die auf der Einladungsliste stehen. Allerdings übertragen wir parallel auch online – und vermutlich wird das Los entscheiden, wer vor Ort und wer am Laptop dabei sein kann. Aber stolz sind wir auf den Betriebs-Berater und auf Recht und Wirtschaft eigentlich das gesamte Jahr.

Der Betriebs-Berater erschien zum ersten Mal am 15. Juni 1946 – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, in einem in Trümmern liegenden Land. Hat sich der Gründergeist dieser Zeit, der ja einen unbedingten Glauben an eine zu gestaltende Zukunft verkörpert, bewahrt?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Zwar bezeichnen mich einige meiner Mitarbeiter inzwischen als „Silberrücken“, aber die Gründung war rund 25 Jahre vor meiner Geburt, ich war also nicht zugegen. Was ich aber sagen kann: Der Titel hat sich über all die Jahre prächtig entwickelt. Das ist ja ganz klar. Der Zuschnitt der einzelnen 4 Ressorts wurde verändert und den jeweils aktuellen Gegebenheiten angepasst. Aber die eher praxisorientierte und gleichzeitig wissenschaftliche Ausrichtung wurde stets beibehalten. Wir sehen uns als ein fundierter Dienstleister und Problemlöser für alle, die in den Bereichen Arbeitsrecht, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht oder Betriebswirtschaft/Bilanzrecht Betriebe beraten. Sei es in den jeweiligen Institutionen selbst oder als externer Dienstleister, wie Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater.

Die inhaltliche Ausrichtung an den für Unternehmen zentralen Rechtsgebieten – Wirtschafts-, Steuer-, Bilanz- und Arbeitsrecht, ergänzt um Fragen der Betriebswirtschaft – zeigt, dass der Betriebs-Berater besonderen Wert auf die Praxis der Rechtsanwendung legt. Wie stellen Sie sicher, dass der Betriebs-Berater stets die aktuell relevanten und für die Zukunft wichtigen Themen antizipiert?

Durch eine herausragende Redaktion. In der jeder einzelne über ein exzellentes Netzwerk verfügt und am Puls der Zeit ist. Und durch Schnelligkeit. Wir haben die Produktionsschritte so ausgerichtet, dass wir auch kurzfristig noch wichtige Themen ins Blatt aufnehmen können. Wenn es zeitlich nicht für einen eigenen Aufsatz reicht, dann zumindest in den Wochenblick, den die einzelnen Ressortleiter erstellen. Und wir spielen auf der gesamten Klaviatur der Wissensvermittlung, so dass wir auch unser begleitendes Buchprogramm und die gesamten Veranstaltungen nutzen, um in den wichtigsten Themen den Ton anzugeben.

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Neben dem Betriebs-Berater publizierte der damalige Verlag Recht und Wirtschaft bereits 1951 die erste Ausgabe des Kommentars zum Kündigungsschutzgesetz, zahlreiche geschätzte Fachbücher und weitere Fachzeitschriften folgten darauf. Dazu bieten Sie ein breites Spektrum an Veranstaltungen an, allen voran die „Deutsche Arbeitsrechtskonferenz“, der Lebensmittelrechtstag oder die mit über 400 Teilnehmern größte Tagung „Datenschutzkonferenz“. Corona erschwerte das persönliche Zusammentreffen der Branche in Konferenzen und Seminaren – erwarten Sie nach der Pandemie eine Rückkehr zur Präsenzveranstaltung, oder eine Fortsetzung der virtuellen Meetings?

Hier muss ich ein wenig ausholen: Wir haben vor 15 Jahren drei Tagungen im Jahr zelebriert, zwei im Wettbewerbs- und eine zum Lebensmittelrecht. Inzwischen sind es jährlich über 50. Und wir sind unglaublich gerne Gastgeber, denen mehr als alles andere daran gelegen ist, dass sich unsere Gäste wohl fühlen und eine exzellente Weiterbildung erhalten, aber gleichzeitig auch ein wenig Spaß drumherum haben. Der Lebensmittelrechtstag, jeweils im März eines jeden Jahres, war in 2020 das erste Event, das ausfiel. Es gab einige Tränen, bei den Organisatoren wie auch bei den Gästen. Am Ende konnten im letzten Jahr bis auf drei Veranstaltungen aber alle durchgeführt werden – und diese drei haben wir Anfang 2021 nachgeholt. Die Teilnehmerzahlen waren überwältigend, wir hatten oftmals sogar neue Rekorde bei den Anmeldungen erreichen können. Das war so nicht zu erwarten, zeigt vermutlich aber, dass wir gut „vorgearbeitet“ haben und jeder gerne bei seinem Event – und sei es notgedrungen virtuell – unbedingt dabei sein wollte. Bislang fanden alle Fortbildungen in 2021 rein virtuell statt, wir hoffen, dass wir im Frühsommer und erst recht im Herbst wieder präsent tagen können.

So sehr, wie viele die geselligen Vorabende und das „Visitenkartenwerfen“ in den Pausen schätzen, so sehr haben sich aber auch die Vorzüge des Nichtreisenmüssens in den Köpfen festgesetzt. Wir werden also zumindest noch in 2021 und sicher auch in 2022 alle Veranstaltungen hybrid anbieten, vor Ort mit paralleler Übertragung ins Internet. Die Entwicklung darüber hinaus gilt es sicherlich abzuwarten – wir machen die Tagungen ja nicht für uns, sondern für unsere Gäste. Wenn also der dauerhafte Wunsch nach hybriden Angeboten besteht, werden wir uns dem nicht verschließen.

Mit der einflussreichen „Kommunikation & Recht“ veröffentlichen Sie einen „Betriebs-Berater für Medien, Telekommunikation, Multimedia“. Die K&R ist gleichermaßen ein Pionier und schon selbst zur Institution geworden. Die Digitalisierung – insbesondere auch in Justiz und Rechtsberatung – haben Sie damit aktiv begleitet, bis zur Digitalisierung der eigenen Angebote. Der Betriebs-Berater und die weiteren Verlagsprodukte sind heute selbstverständlich auch digital bei juris verfügbar. Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für die Rechtsanwender und die Fachpublikationen?

Auf die K&R bin ich ein ganz klein wenig mehr stolz als auf die anderen Titel. Das werden mir meine Kolleginnen und Kollegen sicher verzeihen. Denn das war die erste Zeitschrift, für die ich persönlich neben meiner damaligen Tätigkeit als Leiter der Rechtsabteilung der Mediengruppe zuständig war - redaktionell und kaufmännisch. Uns ist es damals in weniger als zwei Jahren gelungen, die Umfänge nahezu zu verdoppeln und das Heft zu einem noch spannenderen und wichtigeren Begleiter all der Bereiche zu entwickeln, die wir im weitesten Sinne unter Kommunikation subsumieren können.

Für die K&R, aber auch für alle anderen unserer Zeitschriften ist juris ein ganz besonderer und wichtiger Partner.

Aber der Reihe nach: Vermutlich hat sich jeder Verlag einmal die Frage gestellt, wie er die digitale Arbeitsweise seiner Nutzer am besten bedienen kann. Einige setzen auf ausschließlich eigene Angebote. Andere, so auch wir, treten der juris Allianz bei. Der Hintergrund war folgende Überlegung – und folgendes Gleichnis: Wenn ich die coolste aller Jeanshosen verkaufen will, dann kann ich diese in Bonames (Stadtteil am Rande Frankfurts) in einem Geschäft anbieten. Und hoffen, dass ich so wichtig bin, dass die gesamte Stadt zu mir herausfährt. Oder aber ich gehe mit meinem Laden auf die Zeil. Da ist zwar die Miete höher, aber die Kundenfrequenz ist es auch (Beispiel ist erkennbar aus Vor-Corona-Zeiten, passt aber immer noch). Letztendlich war es uns wichtig, von möglichst vielen Nutzern gefunden und gelesen zu werden. Auch wenn die Print-Auflagen mitunter zurückgehen mögen, können wir von jedem einzelnen unserer Titel mit ein klein wenig Stolz behaupten, dass die Zahl der Leser und Nutzer nachhaltig steigt. Eben durch den Abruf in online Recherche-Portalen wie juris. Das zeigt uns, dass wir mit dieser Entscheidung auf einem richtigen Weg sind und die Inhalte der großen, aber auch der kleineren und jüngeren Titel wie „Sanierungsberater“ oder „Zeitschrift für Neues Energierecht“ sehr gut angenommen werden. Und die Zeiten, in denen die Wochentitel alle fünf Jahre einen Band mit den gesammelten Jahresinhaltsverzeichnissen herausgebracht haben, um die Recherche zu erleichtern, die sind nun endgültig vorbei. Der letzte dieser Bände beim BB ist 2000 erschienen.

Sie selbst gehören bereits seit 18 Jahren zur dfv Mediengruppe und damit zum Betriebs-Berater. Woran erinnern Sie sich gerne zurück, was wünschen Sie sich – und dem Betriebs-Berater – für die Zukunft?

Ich habe 2002 im Verlag angefangen. Direkt nach dem Referendariat. Und damals zunächst die Rechtsabteilung aufgebaut. Nach drei Jahren erhielt ich das Angebot, mich zusätzlich um die „Kommunikation & Recht“ zu kümmern, was ich gerne getan habe. Danach ging es Schlag auf Schlag, nahezu jedes Jahr kam ein neues Objekt, eine neue Veranstaltungsreihe in meine Verantwortung. Nunmehr bin ich – mit ein wenig Stolz – für 23 Zeitschriften, über 50 Tagungen und ein sehr spannendes und stetig wachsendes Buchprogramm zuständig. Und habe ein wunderbares Team, mit dem ich wirklich gerne zusammenarbeite. Besonders in Erinnerung geblieben sind sicher die Projekte, für die man zunächst ein wenig belächelt wurde. Wie der Ausbau der K&R-Tagungen im Presserecht in einem sehr starken Wettbewerbsumfeld. Hier können wir inzwischen auf 130 Teilnehmer zählen. Und wenn eine gestandene Presserechtlerin sagt, dass das die wohl einzige Veranstaltung ist, bei der sie auch noch etwas lernen kann, dann freut uns das sehr. Oder nehmen wir unsere Neugründung, die Zeitschrift „Geldwäsche & Recht“. In diesen Tagen erscheint die erste Ausgabe, wir haben durch ein wenig PR im Vorfeld schon eine hohe zweistellige Abonnentenzahl, ohne dass die Leser überhaupt die erste Ausgabe in Händen halten. Auch das ist beachtlich und eine gute Ergänzung zu unserem Kommentar zum GWG und den einhergehenden Tagungen.

Für die Zukunft sind wir – da bin ich sicher – sehr gut aufgestellt. Mit einem grandiosen Team, inhaltlich überaus neugierig, mit einem Kopf voller Ideen und Projekten, stets auf der Suche nach Optimierungspotenzial in der gesamten Wertschöpfungskette, und und und. Es wird nie langweilig. Es bleibt immer spannend. Auch in der Zukunft…

Sehr geehrter Herr Kutschke, vielen Dank!

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