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Gericht/Institution:EP
Erscheinungsdatum:08.10.2020
Quelle:juris Logo

Neue Vorschriften zur Erleichterung von Crowdfunding in der EU

 

Das Europäische Parlament hat am 05.10.2020 neue Vorschriften gebilligt, die es Crowdfunding-Plattformen ermöglichen werden, im gesamten EU-Binnenmarkt Dienstleistungen anzubieten.

Dadurch soll der Pool potenzieller Investoren für Start-ups, Innovatoren und kleine Unternehmen vergrößert und Investoren eine größere Auswahl an Projekten sowie besserer Schutz geboten werden.

Crowdfunding-Dienstleister ermöglichen es Start-ups und innovative Unternehmen, die häufig Schwierigkeiten haben über herkömmliche Mittel wie Bankkredite Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten,  sich an mehrere kleine Investoren zu wenden und Finanzierung zu erhalten, in der Regel über digitale Plattformen.

Crowdfunding-Plattformen, die in mehr als einem EU-Land tätig sind, müssen nur mehr eine Reihe von Grundregeln, die in einer neuen Verordnung festgelegt sind, einhalten, anstatt in jedem Land unterschiedliche Vorschriften berücksichtigen zu müssen. Mithilfe einer begleitenden Richtlinie erhalten Kleinunternehmen besseren Zugang zu Finanzmitteln. Die neuen Vorschriften gelten für Schwarmfinanzierungen von bis zu 5 Mio. Euro über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Warum sind europäische Crowdfunding-Rechtsvorschriften erforderlich?

Die bestehenden nationalen Crowdfunding-Vorschriften sind nicht einheitlich, was Rechtsunsicherheit mit sich bringt und Investitionen in Projekte in anderen Ländern verringert. Crowdfunding-Dienstleister werden davon abgehalten, grenzüberschreitende Dienstleistungen anzubieten. In der Folge werden Unternehmen, die von Investitionen einer großen Zahl von Menschen profitieren könnten, nur begrenzte Möglichkeiten geboten, insbesondere, wenn sie auf kleineren Märkten tätig sind.

Wie werden die neuen Vorschriften Investoren schützen?

Ein großes Risiko bei Crowdfunding besteht darin, dass Investitionsentscheidungen häufig nicht auf Daten beruhen, sondern von Emotionen beeinflusst werden können. Der Konkurs von Kleinunternehmen oder Verzögerungen bei Warenlieferungen zählen zu den häufigsten Problemen, die Investoren nicht vorhersagen können. Nach den neuen Vorschriften müssen Crowdfunding-Dienstleister den Kunden klare Informationen über die potenziellen finanziellen Risiken einzelner Projekte zur Verfügung stellen. Investoren müssen ein vom Projektträger oder der Plattform erstelltes Basisinformationsblatt über das Projekt erhalten.

Nächste Schritte

Die Anwendung der neuen Vorschriften für europäische Crowdfunding-Dienstleister erfolgt 12 Monate nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU.

Quelle: Pressemitteilung des Euoropäischen Parlaments v. 07.10.2020



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