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Gericht/Institution:Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Erscheinungsdatum:23.04.2020
Quelle:juris Logo

Firma BioNTech kann mit ersten Tests für Covid-19-Impfstoff in Deutschland beginnen

 

Das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat am 22.04.2020 die erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Covid-19 in Deutschland genehmigt.

Der Impfstoffkandidat wurde vom Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech entwickelt. BioNTech profitiert seit Dezember 2019 von einer Finanzierung durch die Europäische Union. Die Europäische Investmentbank (EIB) und BioNTech hatten im Dezember 2019 einen Vertrag unterzeichnet, der BioNTech eine Finanzierung i.H.v. 50 Mio. Euro gewährt. Mit der finanziellen Unterstützung der EIB konnte das Unternehmen weiteres, hochspezialisiertes Personal einstellen und die Erforschung und Entwicklung von Immuntherapien vorantreiben.

Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus.

BioNTech forscht an Impfstoffen mit mRNA-Technologie. Die Kernidee dahinter: Der Impfstoff enthält nicht das Corona-Antigen selbst, sondern liefert dem Körper eine Art Bauanleitung, sodass er den Schutz gegen das Virus selbst herstellen kann. Bei der Entwicklung des Impfstoffs kooperiert Biontech mit dem Pharmaunternehmen Pfizer.

Die Impfstoffherstellung für die klinischen Studien finden laut Angaben des Unternehmens aber in eigenen mRNA-Produktionsanlagen in Europa statt. Zunächst werden im genehmigten ersten Teil der klinischen Prüfung 200 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren mit jeweils einer von mehreren gering modifizierten Impfstoffvarianten geimpft.

BioNTech ist das erste deutsche Unternehmen, das vom bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut eine Zulassung für eine klinische Studie mit einem potentiellen Corona-Impfstoff erhält. Weltweit laufen bereits vier Studien.

Hintergrund

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen.

Die Beteiligung der EIB fällt unter die europäische Wachstumsfinanzierungsfazilität (EGFF) und wird durch eine Garantie der Investitionsoffensive für Europa gesichert. Die EIB und die EU-Kommission arbeiten als strategische Partner zusammen, um mit den Finanzierungen der EIB die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu fördern.

juris-Redaktion
Quelle: EU-Aktuell v. 23.04.2020



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