Gericht/Institution:BKartA
Erscheinungsdatum:28.11.2019
Quelle:juris Logo

Verfahren gegen Deutsche Bahn wegen möglicher Behinderungen von Mobilitätsplattformen

 

Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren gegen die Deutsche Bahn AG eingeleitet, das den Vertrieb von Fahrkarten über sogenannte Mobilitätsplattformen betrifft.

Auf Mobilitätsplattformen können Reisende online oder über Apps Reiseinformationen abfragen, Verkehrsmittel miteinander vergleichen und Tickets bzw. Fahrkarten buchen. Einige Mobilitätsplattformen bieten Fahrgästen auch bereits die Organisation und Buchung ganzer Reiseverläufe mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln an.

Im Fokus der Untersuchung des Bundeskartellamtes steht unter anderem die Frage, ob die Deutsche Bahn AG Mobilitätsplattformen in Bezug auf Werbung in App Stores, auf Suchmaschinen und in sozialen Netzwerken Beschränkungen auferlegt. Untersucht werden auch Hinweise auf Vorgaben der Deutsche Bahn AG, wonach Plattformen auf DB-Fahrscheine keinerlei Rabatte gewähren dürfen. Außerdem soll geklärt werden, inwieweit Mobilitätsplattformen Zugang zu aktuellen Abfahrts- und Verspätungsdaten erhalten müssen, um neue Mobilitätskonzepte wie durchgängige, intermodale Reiseketten anbieten zu können. Das Bundeskartellamt wird in den kommenden Wochen im Rahmen seiner Ermittlungen verschiedene Marktteilnehmer schriftlich und mündlich befragen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Innovative, moderne Mobilitätskonzepte und der Online-Fahrkartenvertrieb bauen natürlich auch auf die Bahn. Ein wichtiger Zukunftsmarkt sind daher digitale Plattformen, über die Reisende aus einer Hand sämtliche Verkehrsmittel buchen können, um ihr Ziel zu erreichen. Solche Dienstleister sind auf Informationen der Deutsche Bahn AG angewiesen. Nach uns vorliegenden Informationen erhalten Mobilitätsplattformen bislang beispielsweise keine Echtzeitdaten über Züge. Auch soll die Deutsche Bahn AG umfangreiche Vorgaben in Bezug auf Online-Marketing und Rabattgewährung machen. Wir gehen dem nach und werden prüfen, ob die Deutsche Bahn AG die Auffindbarkeit und Attraktivität von Mobilitätsplattformen für Verbraucher zu Unrecht einschränkt."

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des BKartA v. 28.11.2019


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