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Gericht/Institution:BKartA
Erscheinungsdatum:20.11.2019
Quelle:juris Logo

"The Family Butchers": Fleisch- und Wurstwarenhersteller Kemper und Reinert fusionieren

 

Das Bundeskartellamt hat am 20.11.2019 den Zusammenschluss der Wurstproduzenten Kemper und Reinert zu einem gemeinsamen Unternehmen unter dem Namen "The Family Butchers" freigegeben.

Durch den Zusammenschluss der Reinert Unternehmensgruppe (H. & E. Reinert Holding GmbH & Co. KG) und der Kemper Unternehmensgruppe (H. Kemper GmbH & Co. KG /P.F.C. Pro Food Company GmbH & Co. KG) entsteht in mehreren Produktkategorien der zweitgrößte Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland. Marktführer ist in vielen Bereichen die Tönnies-Gruppe, die darüber hinaus auch über eigene Schlachthöfe verfügt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Auch nach der Fusion gibt es für Abnehmer und Lieferanten noch hinreichende Alternativen. Trotz der seit einigen Jahren fortschreitenden Konzentration der Branche gibt es in Deutschland weiterhin eine ganze Reihe mittelständischer Fleisch- und Wurstwarenhersteller. Die gemeinsamen Marktanteile von Kemper und Reinert sind auf den verschiedenen Märkten der Fleischverarbeitung nicht höher als zehn bis 20 Prozent. Die Lebensmitteleinzelhandelskonzerne verfügen außerdem über eine hohe Nachfragemacht und haben zum Teil auch eigene Fleischwerke."

Die Reinert-Gruppe ist ebenso wie die Kemper-Gruppe in der Herstellung und dem Vertrieb von verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren tätig. Beide Unternehmen betreiben keine eigenen Schlachthöfe oder Zerlegebetriebe. Die Reinert-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2018 in der EU ca. 300 Mio. Euro Umsätze, in Deutschland ca. 194 Mio. Euro, die Kemper-Gruppe 2018 in der EU ca. 415 Mio. Euro Umsätze, in Deutschland ca. 330 Mio. Euro. Besonders stark sind die Zusammenschlussbeteiligten in den Teilmärkten gekochte Fleischwaren sowie Aspik/Sülze aus Geflügelfleisch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Rohwurst-Herstellung.

In der Fleischverarbeitungsbranche, insbesondere im Bereich der Wurstherstellung, gibt es Überkapazitäten, die – verbunden mit dem Rückgang der Nachfrage nach Fleischprodukten – zu einem hohen Wettbewerbsdruck führen. Die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels verfügen über eine hohe Nachfragemacht und haben wie Edeka, Rewe und Kaufland zum Teil eigene Fleischwerke. Auch das neue Gemeinschaftsunternehmen liegt auf zahlreichen Märkten hinter dem Marktführer Tönnies, der auf der gesamten Wertschöpfungskette tätig ist. Hinzu kommt, dass es in Deutschland weiterhin eine Reihe größerer mittelständischer Fleisch- und Wurstwarenhersteller gibt, die sich auf bestimmte Marktsegmente spezialisiert haben.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des BKartA v. 20.11.2019



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