Gericht/Institution:BGH
Erscheinungsdatum:28.10.2019
Entscheidungsdatum:20.08.2019
Aktenzeichen:3 StR 295/19
Quelle:juris Logo

12 Jahre Haft wegen Todes eines Säuglings

 

Der BGH hat ein Urteil des LG Osnabrück, das den Vater wegen des Todes eines Säuglings zu zwölf Jahren Haft verurteilt hatte, bestätigt.

Das LG Osnabrück hatte den heute 26 Jahre alten Angeklagten, den Vater des Säuglings, wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Das Landgericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der Angeklagte am 15.05.2018 in Osnabrück seinen wenige Tage alten Sohn, der erst Stunden zuvor mit seiner Mutter aus dem Krankenhaus entlassen worden war, in der häuslichen Wohnung vorsätzlich durch Schläge gegen den Kopf getötet hatte. Der Angeklagte selbst hatte im Laufe des Ermittlungsverfahrens unterschiedliche Angaben zu der Tat gemacht. Unter anderem hatte er zwischendurch davon gesprochen, ein Hund habe den Säugling versehentlich mit der Pfote am Kopf getroffen. In der Hauptverhandlung vor dem LG Osnabrück hatte der Angeklagte dann zwar die Tötung des Säuglings eingeräumt. Er hatte sie allerdings als Ergebnis unglücklicher Umstände, nicht als vorsätzliche Handlung dargestellt. Dem hatte das Landgericht keinen Glauben geschenkt. Es gelangte aufgrund der übrigen Beweismittel, insbesondere der eingeholten ärztlichen Gutachten, zu der Überzeugung, dass der Angeklagte dem Säugling mindestens vier wuchtige Schläge gegen den Kopf versetzt hatte. Diese müsse der Angeklagte bewusst ausgeführt und dabei den Tod des Säuglings in Kauf genommen haben, anders sei das Verletzungsmuster nicht erklärbar, urteilte das Landgericht.

Das verhängte Strafmaß begründete das Landgericht insbesondere mit den konkreten Umständen der Tat. Eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten vermochte das Landgericht zudem nicht festzustellen. Auch wenn er nach seinen durchaus glaubhaften Angaben einige Tage vor der Tat Drogen konsumiert habe, sei dadurch im Zeitpunkt der Tat seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit nicht mehr entscheidend herabgesetzt gewesen.

Der BGH hat diese Entscheidung des LG Osnabrück hat bestätigt.

Der BGH vermochte keine Rechtsfehler der landgerichtlichen Entscheidung zulasten des Angeklagten zu erkennen.

Damit ist das Urteil des Landgerichts rechtskräftig.

Vorinstanz
LG Osnabrück, Urt. v. 25.01.2019 - 6 Ks 10/18

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LG Osnabrück Nr. 65/2019 v. 28.10.2019


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