• 22.04.2026
  • Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht (ZHR)

Pflichtenkollisionen international tätiger Unternehmen zwischen EU-Recht und US-Recht

Sowohl die EU als auch die USA weiten ihren Regelungsanspruch zunehmend durch extraterritorial wirkende Anwendungs- und Eingriffsnormen aus – bislang besonders sichtbar im Außenwirtschafts- und Sanktionsrecht, mit wachsendem Konfliktpotenzial im Bereich der Nachhaltigkeitsregulierung. International tätige Unternehmen geraten dadurch vermehrt in ein Dilemma in Gestalt von Pflichtenkollisionen, in denen die Befolgung der einen Rechtsordnung notwendig die Verletzung der anderen impliziert. Das moderne multilaterale Internationale Privatrecht, das auf Zuweisung eines Sachverhaltes an ein einheitliches Sachstatut angelegt ist und so Normkollisionen vermeidet, erweist sich indes gegenüber der gleichzeitigen Geltungsbehauptung unilateraler Eingriffsnormen als nur begrenzt leistungsfähig. Der Beitrag arbeitet die dogmatischen Ansatzpunkte einer Konfliktbewältigung auf Ebene des Kollisionsrechts sowie auf Ebene des anwendbaren Sachrechts heraus und entwickelt als Lösungsperspektive eine Bilateralisierung der Eingriffsnormdogmatik – de lege lata über die Datumtheorie und die Figur der rechtfertigenden Pflichtenkollision, de lege ferenda über eine Fortentwicklung des Art. 9 Abs. 3 Rom I-VO.

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Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht (ZHR)
Quelle: Fundstelle:
  • ZHR 2026, 157-196
Autoren:
  • Marc-Philippe Weller
  • Laura Müller
  • Vivien Jung