Autor:Prof. Dr. Dirk Heckmann
Erscheinungsdatum:24.05.2019
Quelle:juris Logo
Fundstelle:jurisPR-ITR 10/2019 Anm. 1
Herausgeber:Prof. Dr. Dirk Heckmann, Universität Passau
Zitiervorschlag:Heckmann, jurisPR-ITR 10/2019 Anm. 1 Zitiervorschlag

Editorial 10/2019

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Frage wie (wissenschaftlich) hochkomplexe Themen verständlich und nahbar gemacht werden können, beschäftigt nicht nur die in der Wissenschaft Tätigen, sodern stellt ebenfalls eine Kernkompetenz eines jeden Juristen dar. Es gilt komplexe Sachverhalte zu entschachteln, Probleme zu entzerren, sich so Stück für Stück einer juristischen Lösung – auch auf fachfremdem Terrain – zu nähern und diese anschließend noch vermitteln zu können. Dies geschieht im Regelfall mittels Sprache. Ähnlich dem ursprünglichen Denkprozess wird das große Problem in viele kleinere zerlegt, und jedes einzeln abgearbeitet. Doch hierbei stößt die (Schrift-)Sprache zuweilen an ihre Grenzen: Es verbleibt ein langer Monolog oder ein seitenlanges Papier, das es nun zu lesen gilt. „Kurz und präzise“ ist dem Recht, das den Anspruch hat, unabhängig für jeden Einzelfall zu gelten, fremd.

Problematisch ist dies jedoch angesichts der immer komplexer werdenden Sachverhalte und Probleme. Aufgrund der Digitalisierung müssen u.a. Unmengen an Daten koordiniert und ausgewertet werden. Dies zeigt sich nicht nur im juristischen, sondern auch im alltäglichen Bereich. Die Stimmen, die die Vermittlung von digitalen Kompetenzen bereits ab dem Kindesalter fordern, werden immer lauter. Doch wie sollen solch komplexe Themen dargestellt und vermittelt werden?

Dr. Julia Schneider und Lena Kadriye Ziyal haben mit ihrem Projekt „We need to talk, AI“, einem Comic Essay, einen neuen Ansatz gefunden. Das Thema AI wird für den Leser mittels eines kurzweiligen schwarz-weiß Comics dergestalt vermittelt, dass die Lektüre leicht fällt und die Verständlichkeit nicht leidet. Anschaulich zeigen die Juristin und die Künstlerin auf, wie ein so kompelexes Thema, bei dem selbst die Bezeichungen in den (medialen) Diskussionen nicht einheitlich bestimmt sind, dargestellt und den Leser zum Nachdenken anregen kann. Das Comic Essay ist auf der Webseite https://weneedtotalk.ai (zuletzt abgerufen am 20.05.2019) frei abrufbar.

Ebenfalls mit einem künstlerischen Thema befasst sich Christina-Maria Leeb. Sie bespricht unter dem Titel „Ist das Kunst oder kann das weg?“ die Entscheidungen des BGH vom 21.02.2019 (I ZR 98/17 und I ZR 99/17). Im Zentrum steht das Spannungsverhältnis zwischen Urheberrecht und Eigentümerrecht bei einer mit einem Gebäude fest verbundenen Kunstinstallation (Anm. 2).

Die Entscheidung des VG Hannover vom 12.03.2019 (7 A 849/19) bezüglich des Geschwindigkeitsüberwachungssystems Section Control besprechen Sarah Rachut und Katharina Girbinger (Anm. 3).

Bernd Wagner und Theresa Weis befassen sich anhand der Entscheidung des LG Essen vom 30.01.2019 (12 O 62/18) mit der Frage, ob Videokameras im Flur eines Mehrfamilienhauses zulässig sind (Anm. 4).

Ob fehlende Angaben zu Gepäckkosten im Zeitpunkt einer Flugbuchung auch dann einen Wettbewerbsverstoß darstellen, wenn der Buchende angegeben hat, dass er momentan kein Gepäck buchen möchte, erläutert Uta Stenzel (OLG Dresden, Urt. v. 13.11.2018 - 14 U 751/18) (Anm. 5).

Fragen der Aktivlegitimation eines Wettbewerbsverbandes stellt Alexander Beyer anhand der Entscheidung des LG Berlin vom 11.03.2019 (101 O 140/18) dar (Anm. 6).

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre,

Ihr Prof. Dr. Dirk Heckmann


juris PartnerModule
Auf einen Klick.

Alle juris PartnerModule auf einen Klick!

Alle juris PartnerModule jetzt gratis testen!

Hier gehts zur Übersicht!

Cookies erleichtern uns die Bereitstellung und Verbesserung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Webseiten erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Der Nutzung können Sie in unserer Datenschutzrichtlinie widersprechen.

Einverstanden
X