Gericht/Institution:SG Dresden
Erscheinungsdatum:15.02.2017
Entscheidungsdatum:10.02.2017
Aktenzeichen:S 5 U 233/16
Quelle:juris Logo

Anerkennung eines Meniskusschadens als Berufskrankheit bei Profifußballer

 

Das SG Dresden hat die Erkrankung des Innenmeniskus bei einem Profifußballer als Berufskrankheit anerkannt.

Der 32 Jahre alte Kläger aus Dresden spielt seit dem siebten Lebensjahr Fußball. Von 2003 bis 2014 war er als Profifußballer bei verschiedenen Vereinen der Bundesliga und der 2. Bundesliga im Einsatz. 2006 erlitt er einen Meniskusriss. Bei der Berufsgenossenschaft beantragte er 2015, eine Erkrankung des Innenmeniskus des linken Kniegelenks als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit ab. Die Trainings- und Wettkampfzeiten seien insgesamt während der Profizeit zu gering gewesen.

Das SG Dresden hat der Klage stattgegeben.

Nach Auffassung des Sozialgerichts liegt hier die Berufskrankheit 2102 vor ("Meniskusschäden nach mehrjährigen andauernden oder häufig wiederkehrenden, die Kniegelenke überdurchschnittlich belastenden Tätigkeiten"). Nach dem aktuellen medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand bestehen bei Berufssportlern – insbesondere Fußballern – erhebliche Belastungen des Meniskus. Dies könne bei mehrjähriger Tätigkeit zu einer Anerkennung der Berufskrankheit führen. Nicht zwingend erforderlich sei, dass mindestens 1.600 Stunden im Jahr an kniebelastender Tätigkeit angefallen seien. Der medizinische Sachverständige habe bei dem Kläger für die gesamte Tätigkeit als Berufsfußballer über 5.700 Stunden die Kniegelenke überdurchschnittlich belastende Tätigkeit errechnet. Damit sei der 2006 eingetretene Meniskusschaden durch die berufliche Tätigkeit (mit-)verursacht.

Dem Kläger sei somit die Möglichkeit eröffnet, von der Berufsgenossenschaft medizinische Rehabilitation und finanzielle Entschädigung zu verlangen.

Gegen den Gerichtsbescheid ist die Berufung zum LSG Chemnitz möglich.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des SG Dresden Nr. 2/2017 v. 15.02.2017


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