Gericht/Institution:BKartA
Erscheinungsdatum:09.02.2017
Quelle:juris Logo

Jahresbericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe

 

Das Bundeskartellamt (BKartA) hat seinen dritten Jahresbericht zur Tätigkeit der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe veröffentlicht.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte, dass die Preisunterschiede im Laufe eines Tages nach wie vor groß sind. Den Verbrauchern könne man ein paar "Faustformeln" mit auf den Weg geben. Kraftstoff sei im Schnitt zwischen 18.00 und 20.00 Uhr am preiswertesten. Möglichst solle nicht nachts getankt werden, hier seien die Preise meist am höchsten. Sei eine Tankstelle im Vergleich zu anderen günstig, bleibe sie es in der Regel auch. Es gebe keine wesentlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen, selbst an Ostern und Pfingsten sei es nicht mehr auffallend teurer als an anderen Tagen. Die hohen Preisunterschiede verdeutlichten, dass es sich lohne, die Daten der Markttransparenzstelle zu nutzen. Auswählen und gezielt tanken spare Geld und erhöhe den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen. Den Erfolg der Markttransparenzstelle hätten die Verbraucher damit ein Stück weit selbst in der Hand.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts "Das 3. Jahr Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K)":

- Es bestehen weiterhin erhebliche Preisunterschiede im Verlauf eines Tages: Zwischen dem durchschnittlich höchsten und niedrigsten Kraftstoffpreis innerhalb einer Stadt können Unterschiede von bis zu 30 Cent/Liter bestehen. Lässt man die teuersten 5% der Tankstellenpreise (meist Preise im Laufe der Nacht) unberücksichtigt, kann der Unterschied immer noch um die 20 Cent/Liter betragen. Zwischen dem durchschnittlich höchsten und niedrigsten Kraftstoffpreis an einer Tankstelle sind Unterschiede von um die 10 Cent/Liter zu beobachten.
- Die im Schnitt günstigste Zeit zum Tanken ist weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr.
- Nachts liegen die Preise an den dann geöffneten Tankstellen meist auf einem vergleichsweise hohen Niveau bis dann morgens die erste Preissenkung erfolgt.
- An vielen Tankstellen fallen die Preise nicht sukzessive über den ganzen Tag verteilt. Stattdessen fallen die Preise vormittags erst einmal. Dann gibt es aber verbreitet eine Mittagsanhebung um wenige Cent. Danach fallen die Preise bis zum Abend wieder.
- Die relative Preisposition der verschiedenen Tankstellen zueinander ist recht stabil. "Günstige" Tankstellen blieben im Beobachtungszeitraum oft günstig. "Teure" Tankstellen blieben oft teuer.
- Der Bericht verdeutlicht, dass der vielfach verwendete Begriff "Durchschnittspreis" keine einheitlich definierte Größe ist. Vielmehr kann es einen erheblichen Unterschied machen, mit welchem Gewicht die unterschiedlichen Preise zu verschiedenen Tageszeiten oder an verschiedenen Tankstellen in die Durchschnittsbildung einfließen.
- Die Entwicklung der Kraftstoffpreise folgte im Beobachtungszeitraum im Wesentlichen der Entwicklung des Rohölpreises.
- Schließlich waren auch im Jahr 2016 für Ostern und Pfingsten keine auffällig erhöhten Kraftstoffpreisniveaus zu beobachten.

Für den Bericht wurden die deutschlandweiten Kraftstoffpreise (E5, E10 und Diesel) für den Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.05.2016 ausgewertet. Genauere Preisanalysen enthält der Bericht insbesondere für die Städte Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe ist am 01.12.2013 in den Regelbetrieb übergegangen. Sie erfasst die Preisdaten von ca. 14.750 Tankstellen in Deutschland. Die Markttransparenzstelle bietet selbst keine Preisinformationen für Bürgerinnen und Bürger an, leitet die Preisänderungen aber in kürzester Zeit an Verbraucher-Informationsdienste weiter. Die Informationen können die Autofahrer bei einer Vielzahl von Anbietern online und über Handy-Apps abrufen.

Quelle: Pressemitteilung des BKartA v. 09.02.2017


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