Gericht/Institution:DDIV
Erscheinungsdatum:19.01.2017
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DDIV drängt auf Weiterbildungszuschuss für Immobilienverwalter

 

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) fordert die unverzügliche Einführung eines Weiterbildungszuschusses für die Branche, um die Sanierungsquote signifikant zu heben und appelliert zudem an die Bundesregierung letzte "Bremsklötze" bei der Einführung von Mindestanforderungen für den Verwalter zu lösen.

Ohne Fach- und Sachkunde sowie eine kontinuierliche Weiterbildung für den Immobilienverwalter bleibe die Energiewende im Gebäudebestand Makulatur, so der Verband.

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Sanierungsquote in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) weit hinter der Planung der Bundesregierung liege. Das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes werde damit nicht erreicht. Die vom IW Köln und der EBZ Bochum veröffentlichten Ergebnisse zeigen schonungslos, dass die Energiewende im Gebäudebereich an Wohnungseigentümergemeinschaften scheitern werde. Damit bestätigten beide Untersuchungen langjährige Analysen des DDIV, wonach die Sanierungsquote bei etwa 0,6% liegt und damit weit entfernt ist von der avisierten zweiprozentigen jährlichen Sanierungsrate.

Neben einer Optimierung von Förderprogrammstrukturen, Finanzierungsbedingungen und gesetzlichen Änderungen am Wohnungseigentumsgesetz sieht der DDIV einen hohen Handlungsbedarf bei Immobilienverwaltungen. Eine Untersuchung von KfW und DDIV stellte bereits 2014 fest, dass häufig fehlende Kenntnisse des Immobilienverwalters energetische Sanierungen aufhalten. "Hier liegt enormes Potential brach, das endlich gehoben werden sollte. Nur ein qualifizierter Verwalter wird in der Lage sein, energetische Sanierungsprozesse anzukurbeln und zu begleiten. Wir halten daher die zeitnahe Einführung eines finanziellen Weiterbildungszuschusses für die Verwalterbranche für dringend geboten", so DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Zudem sollte die Bundesregierung den Koalitionsvertrag endlich umsetzen und das Gesetzgebungsverfahren zur Einführung von Mindestanforderungen für gewerbliche Verwalter abschließen. "Im laufenden Gesetzgebungsverfahren regen wir neben dem Einschluss des Mietverwalters auch eine Weiterbildungsverpflichtung an, schließlich werden bundesweit über 1.000 Mrd. Euro an Immobilienvermögen treuhänderisch verwaltet", so Kaßler. Mittlerweile hätten Haus- und Immobilienverwalter weit über 60 Gesetze und Verordnungen anzuwenden und die neueste Rechtsprechung und technologische Entwicklung zu beachten – es bestehe aber bisher nur die Pflicht zur Anzeige des Gewerbes. Das Gesetz würde letztlich eine große Lücke im Verbraucherschutz schließen und die Vermögensbildung und Altersvorsorge von Millionen Bundesbürgern sichern und zur Prägung eines einheitlichen Berufsbildes des Immobilienverwalters beitragen.

Die Einführung eines energetischen Weiterbildungszuschusses könne zudem einen schnellen Wissenstransfer beim Verwalter ermöglichen, da die Auswirkungen des Berufszugangsgesetzes erst in einigen Jahren spürbar werden.

Quelle: Pressemitteilung des DDIV v. 19.01.2017


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